Werkstoffwissen

Edelstahl pulverbeschichten

Edelstahl ist der Werkstoff, der von allein glänzt: eine unsichtbare Passivschicht schützt ihn vor Rost, ganz ohne Beschichtung. Trotzdem landet Edelstahl bei uns am Gehänge, aus zwei guten Gründen: weil er eine Farbe bekommen soll, und weil rostfrei nicht unverwundbar heißt. Pulverbeschichtung bringt beides zusammen: Wunschton und eine geschlossene Barriere obendrauf.

Werkstoff
Nichtrostender Stahl (Edelstahl)
Schwachstelle
Anlauffarben an Schweißnähten, Flugrost durch Fremdeisen, Streusalz und Chlor; glatte Passivschicht als Haftgrund
Vorbehandlung bei GT
Entfetten und werkstoffgerechtes Strahlen im eigenen Haus
Ergebnis
Wunschfarbe plus geschlossene, schlagfeste Barriere bis in Kanten und Nähte
Typisch
Geländer und Handläufe, Sicht- und Fassadenteile, Blenden, Gehäuse, Maschinenteile
Nahaufnahme einer gebürsteten Edelstahloberfläche
Das Problem

Rostfrei, aber nicht unverwundbar

Edelstahl verdankt seinen Ruf einer hauchdünnen Passivschicht, die sich von selbst bildet und die Fläche zuverlässig schützt. Aber sie hat wunde Punkte: An Schweißnähten hinterlässt die Hitze Anlauffarben, dort ist der Schutz geschwächt. Fremdeisen von Werkzeug oder Nachbarteilen setzt Flugrost an. Und Streusalz und Chlor greifen mit den Jahren selbst die beste Fläche an.

Die zweite Seite der Medaille: dieselbe glatte Passivschicht, die Edelstahl schützt, lässt auch keine Beschichtung haften. Wer auf Edelstahl einfach Farbe aufträgt, verliert sie wieder. Deshalb bereiten wir Edelstahl werkstoffgerecht vor: entfettet und gestrahlt im eigenen Haus. Erst dann kommt das Pulver, und dann hält es.

Der Schein
Rostfrei heißt nicht unverwundbar.
Die Tücke
Auf der Passivschicht haftet nichts von allein.
Der Weg
Entfetten und Strahlen im eigenen Haus.
Unter der Lupe

Was auf dem Edelstahl liegt

Bewegen Sie die Lupe über den Querschnitt.

Die Praxis

Drei Dinge entscheiden

  1. Die Passivschicht Sie macht Edelstahl rostfrei, und sie macht ihn beschichtungsfeindlich: glatt, dicht, haftet nichts. Gründliches Anrauen ist hier kein Extra, sondern die halbe Arbeit.

  2. Die Nähte und Kanten Anlauffarben an Schweißnähten und eingetragenes Fremdeisen sind die Stellen, an denen rostfrei kippt. Elektrostatisch aufgetragenes Pulver legt sich auch dort gleichmäßig an und wird im Ofen zu einer dichten Barriere eingebrannt.

  3. Die Farbe Der häufigste Grund, Edelstahl zu beschichten, ist der einfachste: Edelstahl gibt es nur in Edelstahl-Optik. Die Pulverschicht bringt den Wunschton, von seidenmatt bis glänzend, passend zum Rest von Bau oder Maschine.

Der Unterschied

Was die Jahre mit Edelstahl machen

Wählen Sie ein Jahr. Links roher Edelstahl, rechts pulverbeschichtet: Farbe und Schutz bleiben, Jahr für Jahr.

Roher Edelstahl

Fläche noch unverändert

Erster Flugrost, Nähte laufen an

Die Fläche hält sich, Nähte und Fremdeisen nicht

Pulverbeschichtet

Schicht geschlossen

Schicht geschlossen

Schicht geschlossen

Edelstahlpfosten mit Anlauffarben an den Schweißnähten und Flugrost vor der Bearbeitung
So kommt es an
Derselbe Pfosten frisch anthrazit pulverbeschichtet
So geht es raus
Der Einwand

Edelstahl braucht doch keine Beschichtung?

Roh gelassen

Stimmt fast: die Passivschicht schützt Edelstahl von allein, im Innenraum oft ein Leben lang. Draußen kippt es an den wunden Punkten: Anlauffarben an Nähten, Flugrost durch Fremdeisen, Streusalz. Und eine Farbe kann die Passivschicht nicht.

Pulverbeschichtet

Mit werkstoffgerechter Vorbehandlung haftet die Pulverschicht vollflächig und legt eine geschlossene, schlagfeste Barriere über Fläche, Kanten und Nähte. Und sie bringt den Farbton, den blanker Edelstahl nie hätte.

Ehrlich gesagt: blanker Edelstahl im Innenraum braucht uns meistens nicht. Draußen, an Schweißnähten, am Salz und überall, wo eine Farbe hin soll, schon. Im Zweifel: Foto schicken.

Foto schicken

Kurz geprüft

Ist dein Teil wirklich Edelstahl?

Magnet
Haftet er fest, ist es Stahl oder verzinkter Stahl. Haftet er kaum, eher Aluminium oder Edelstahl.
Gewicht
Auffällig leicht für die Größe? Dann ist es wahrscheinlich Aluminium.
Oberfläche
Graue Kristallblumen heißen verzinkt, gelb-blaue Anlauffarben an Schweißnähten heißen Edelstahl.
  • Stahl

    Das Arbeitstier: stark, überall, rostet ohne Schutz.

    Zum Werkstoff

    Du bist hier

  • Verzinkter Stahl

    Geschützt von unten, mit Pulver auch von oben.

    Zum Werkstoff

    Du bist hier

  • Aluminium

    Leicht und rostfrei, aber nicht unverwundbar.

    Zum Werkstoff

    Du bist hier

  • Edelstahl

    Edel bis in die Naht, mit Pulver auch farbig.

    Zum Werkstoff

    Du bist hier

So läuft es bei uns

Vom Wissen zum fertigen Teil

Sandstrahlen

Der saubere Start: entlacken, entrosten, anrauen.

Pulverbeschichtung

Die Anlage, der Ablauf, die Farbwelt.

Kleinserien & Industrieaufträge

Vom Einzelstück bis zur Serie.
Fragen

Häufige Fragen zu Edelstahl

Meistens aus zwei Gründen: für den Wunschfarbton und als zusätzliche Barriere dort, wo rostfrei an seine Grenzen kommt, an Schweißnähten, bei Fremdeisen und Streusalz.
Ja, wenn die Vorbehandlung stimmt: auf der glatten Passivschicht haftet von allein nichts, deshalb wird bei uns entfettet und im eigenen Haus gestrahlt. Mehr dazu auf unserer Seite zum Sandstrahlen.
Schicken Sie uns Fotos und Maße, Sie bekommen kurzfristig ein Angebot.

Edelstahlteil da? Dann los.

Foto und Maße genügen: wir sagen Ihnen, was möglich ist, und machen ein Angebot.

E-Mail senden